Pressespiegel (2002)
Bürgerinnen und Bürger
gegen das Luftkreuz
auf Stadtflughäfen
Datum: 20.06.2002

Wahlkreistagebuch Sandra Brunner
Direktkandidatin PDS Pankow

Donnerstag, 20. Juni

Pankow reicht's!

Heute hatte die Bürgerinitiative »Pankow ohne Fluglärm« zur Debatte ins Pankower Rathaus geladen.

Seit Oktober 2001 gibt es diese Bürgerinitiative, die sich für die Schließung des Flughafen Tegels einsetzt. Der Pankower Rathaussaal war brechend voll, denn die BürgerInnen fühlten sich ihres Schlafes beraubt. Pankow Zentrum liegt nämlich genau in der Einflugschneise von Tegel und in der Nacht starten und landen ca. 25 Flugzeuge. Diese Flüge betreffen hauptsächlich den Postverkehr, Regierungs- und Militärflüge sowie BGS-Flüge und medizinische Notfälle.

Die geltenden Nachtflugbeschränkungen sind durchlöchert. Die Bürgerinitiative empörte sich gegenüber dem Vertreter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, wie es denn sein könne, dass sich die Fluggesellschaften selber Ausnahmegenehmigungen für Starts und Landungen erteilen könnten. Derzeit seien rund 390.000 BürgerInnen im Norden von Berlin betroffen. Das sei unerträglich: es biete Gefähdungspotential, Lärmstörungen und erhöhte Gesundheitsrisiken. Die BI fordert deshalb die strikte Durchsetzung der Nachtflugbeschränkungen und die schnellstmögliche Schließung des Flughafens. Denn in Schönefeld seien nur ca. 30.000 BürgerInnen betroffen.

Die Senatsverwaltung verwies darauf, dass der Antrag auf Schließung des Flughafens Tegel längst gestellt wurde. Sofern 2007 der Flughafen Schönefeld eröffnet sei, würde Tegel geschlossen.

Der Volkszorn kochte jedenfalls, denn die Senatsverwaltung und die Geschäftsführung der Flughafenholding lavierten.

In jedem Fall wird es eine sofortige Schließung von Tegel nicht geben. Wichtig wäre aber eine Umlagerung der Charterflüge nach Schönefeld und eine striktere Durchsetzung der Nachtflugbeschränkungen.