Pressespiegel (2002)
Bürgerinnen und Bürger
gegen das Luftkreuz
auf Stadtflughäfen
Datum: 13.11.2002

Presseecho auf den offenen Brief

Pilotenvereinigung Cockpit
Herrn Fongern
Lerchesbergring 24
60598 Frankfurt/Main

Offener Brief

Luxair Absturz bei der Ortschaft Niederanven

Vorhandensein von Notlandeflächen außerhalb der Flughäfen bei Sicherheitsbeurteilung als wichtiges Kriterium berücksichtigen!

Sehr geehrter Herr Fongern!
Bereits im März 1997 haben wir in einem Schreiben an Cockpit auf das Problem fehlender Notlandeflächen außerhalb der Flughäfen Tegel und Tempelhof hingewiesen.

Wörtlich schrieben wir: "Da auch Cockpit wegen der starken Zunahme des Flugverkehres und des ruinösen Preiskrieges vor einem Sicherheitsverfall warnt, sollten Sie aus unserer Sicht überlegen, ob Sie das Kriterium 'Anwohnerschutz vor Abstürzen' oder in Ihrem Sinne 'Vorhandensein von Notlandeflächen außerhalb des Flughafengeländes' nicht in den Beurteilungskatalog für die Sicherheit der Flughäfen aufnehmen wollen."

Sie haben diesen Brief nie beantwortet und stufen Tegel und Tempelhof weiterhin als sichere Flughäfen ein.

Der aktuelle Absturz der in Tempelhof gestarteten Luxair Maschine beim Anflug auf Luxemburg ist für uns noch einmal Anlass, von Ihnen ein Umdenken bezüglich der Sicherheitsbeurteilung - vor allem der innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof - zu fordern.

Fünf Kilometer vor dem Flughafen schlug die Maschine nahe dem Ort Niederanven auf einem Feld auf.

Der Absturzort hätte auch Pankow-Schönholz oder Spandau-Neustadt (beim Anflug auf den Flughafen Tegel) bzw. Treptow-Baumschulenweg oder Steglitz-Friedenau (beim Anflug auf den Flughafen Tempelhof) heißen können. Da allerdings gibt es keine Felder, sondern eine dichte innerstädtische Wohnbebauung. Somit wären vermutlich erheblich mehr Opfer zu beklagen gewesen.

Speziell die Berliner Sicherheitsprobleme ließen sich - anders als in Hamburg oder Düsseldorf - ganz einfach mit einer schnellen Verlagerung des gesamten Flugverkehres nach Schönefeld aus der Welt schaffen. Dies scheitert bisher auch am Widerstand der Fluggesellschaften, allen voran die Lufthansa.

Hier sind Sie als Pilotenvereinigung in der Pflicht, im Interesse der Sicherheit von Personal, Passagieren und Flughafenanwohnern schnellstmöglich auf eine Schließung von Tegel und Tempelhof zu drängen.

 

Mit freundlichen Grüßen

(Johannes Hauenstein)

Sprecher der Bürgerinitiative