Pressespiegel (2002)
Bürgerinnen und Bürger
gegen das Luftkreuz
auf Stadtflughäfen
Datum: 13.11.2002

Deutsche Flugsicherung GmbH
Herrn
Ulrich Schulz
Tower-Niederlassung
Postfach42 06 53
12066 Berlin

Offener Brief

Notlandung einer Frachtmaschine auf dem Flughafen Tempelhof:

Notlandungen über unseren Wohngebieten nicht mehr zulassen!

Sehr geegeehrter Herr Schulz!

Mit schöner Regelmäßigkeit lässt die Deutsche Flugsicherung GmbH Notlandungen auf den innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof zu. Dabei müssen die gefährdeten Flugzeuge kilometerweit ohne jegliche Ausweichmöglichkeiten über dichtbesiedelte Wohngebiete einschweben.

Diesmal war es also eine in Tempelhof gestartete Frachtmaschine vom Typ F 27. Vermutlich werden nur die Technokraten Ihrer DFS GmbH begreifen, warum Sie diese absturzbedrohte Maschine wieder über das Stadtgebiet nach Tempelhof zurück holen mussten.

Warum war es Ihnen angeblich nicht möglich, die Fokker um Berlin herum nach Schönefeld zur Notlandung zu leiten? Dort steht Ihnen mit der südlichen Landebahn eine Bahn zur Verfügung, die in beide Richtungen kilometerweit von nahezu unbebauten Flächen begrenzt wird und damit auch über Notlandemöglichkeiten außerhalb des Flughafengeländes verfügt.

Wie verantwortungslos und leichtsinnig die DFS über die Bedrohung der Menschen in den Einflugschneisen von Tegel und Tempelhof hinweg geht, haben Sie ja auch besonders eindrucksvoll mit der Notlandung einer Boeing 747 der British Airways im September 1999 auf dem Flughafen Tegel bewiesen. Wegen einer Bombendrohung drehte die Maschine über Polen Richtung Berlin zur Notlandung ab und flog dabei vermutlich noch unmittelbar am Flughafen Schönefeld vorbei. Die DFS hätte den Piloten anweisen können und müssen, die Notlandung in Schönefeld durchzuführen.

Beenden Sie diese gefährliche Praxis der Notlandeanflüge über unseren Wohngebieten unverzüglich. Nutzen Sie dafür die südliche Bahn des Flughafens Schönefeld.

 

Mit freundlichen Grüßen

(Johannes Hauenstein)