Pressespiegel (2002)
Bürgerinnen und Bürger
gegen das Luftkreuz
auf Stadtflughäfen
Datum: 29.07.2002

 

Nachtflugverbot für den Flughafen Tegel:

Senatsverkehrsverwaltung sieht im 12ten Jahr endlich besonderen Handlungsbedarf beim Anwohnerschutz

 

Seit Jahren nehmen die Starts und Landungen auf dem Flughafen Tegel während der Zeit der Nachtruhe zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr kontinuierlich zu. Die Rückgänge in den Monaten Februar bis April sind ausschließlich auf die Terroranschläge des 11. September zurück zu führen und in keinem Fall Ergebnis von Aktivitäten aus dem Hause Strieder.

Im zwölften Jahr der Verantwortlichkeit für das nächtliche Treiben auf dem Flughafen Tegel "sieht die zuständige Landesluftfahrtbehörde im Hinblick auf die Lärmbelastung durch Flugbewegungen in der Zeit von 22.00 bis 05.59 Uhr besonderen Handlungsbedarf." Das meint jedenfalls Staatssekretärin Krautzberger von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in der Antwort auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Schruoffeneger zu "Nachtflugverkehr auf dem Flughafen Tegel von Februar bis April 2002".

Wie dieser Handlungsbedarf befriedigt werden soll, erklärt Frau Krautzberger auch noch: "Gemeinsam mit der BFG (Anmerkung: also mit der Betreiberin des Flughafens Tegel und somit Verursacherin der Belastungen) wird derzeit geprüft, mit welchen Maßnahmen die nächtliche Lärmbelastung reduziert werden kann."

Die Bürgerinitiativen gegen den Flughafen Tegel sollen bei dieser Prüfung offensichtlich wieder vor der Tür bleiben. Zu einer Diskussionsveranstaltung über die Problematik der Nachtflüge am 20. Juni war trotz rechtzeitiger Einladung keine kompetente politische Vertretung der Senatsverkehrsverwaltung erschienen.

Der bei dieser Bürgerversammlung vorgestellte Denkansatz der BI gegen das Luftkreuz mit dem Titel "Von der Nachtflugbeschränkung zum absoluten Nachtflugverbot! Die ersten Schritte auf dem Weg zur Schließung des Flughafens Tegel" blieb bisher ohne jegliche Reaktion von Seiten Strieders.

Die BI schlägt darin vor, auf dem Flughafen Tegel ab sofort in einem ersten Schritt keine Starts und Landungen nach 23.00 Uhr mit Ausnahmegenehmigung mehr zu gestatten. Als Schritt zwei soll das absolute Nachtflugverbot zwischen 22.00 und 6.00 Uhr ab dem Sommerflugplan 2003 folgen.

Statt sich konstruktiv mit dieser Idee auseinander zu setzen, zieht Frau Krautzberger lieber wieder die Änderung der Entgeltordnung für Nachtflüge aus der Klamottenkiste.

"Das," so Johannes Hauenstein, der Sprecher der BI, "ist ein Irrweg, der bestenfalls die Kassen der notleidenden Flughafengesellschaft füllt. Zu einer wirklichen Lärmminderung, das hat vor Jahren schon die Auseinandersetzung um die alten Kapitel II Lärmbomber gezeigt, führen nur Verbote im Wege der Änderung der Betriebsgenehmigung für den Flughafen Tegel."