Pressespiegel (2002)
Bürgerinnen und Bürger
gegen das Luftkreuz
auf Stadtflughäfen
Datum: 17.07.2002

Presseerklärung

Vier Dachziegel zu je fünf Kilogramm aus dem Dach gerissen!

Erneut ein Hausdach in der Einflugschneise des Flughafens Tegel durch landende Maschine beschädigt

 

Am heutigen Sonntag um 10.39 Uhr war es wieder einmal so weit. Die Wirbelschleppe einer Maschine riss beim Landeanflug auf den Flughafen Tegel vier jeweils fünf Kilogramm schwere Dachziegel vom Haus der Familie Honekamp in der Hoka-Siedlung. Lediglich das von der Familie auf eigene Kosten angebrachte Schneefanggitter verhinderte den Flug der Ziegel in den Garten und damit mögliche Personenschäden. Hilfsbereite Nachbarn kletterten allerdings gleich aufs Hausdach, um die Lücke - auch wegen des Regens - sofort wieder provisorisch zu schließen. Dies ist ausgesprochen gefährlich, könnte doch die nächste Wirbelschleppe auch Menschen mit vom Dach reißen.

Seit der Deutschen Einheit Ende 1990 wurde die Familie jetzt zum zwölften Mal Opfer von solchen Luftangriffen. Die Honekamp´s wohnen seit 1941 in ihrem Häuschen in der Straße Z Nr. 12. Zur Zeit der alliierten Luftkorridore hat die Familie bis ins Jahr 1990 hinein nicht eine einzige Attacke auf ihr Hausdach erlebt. Seit 1990 gab in den Tegeler Einflugschneisen knapp 60 Dachschäden durch landende Flugzeuge

Nach Einschätzung der BI ist ein wirksamer Schutz vor Sach- und vor allem Personenschäden nur durch eine drastische Einschränkung des Flugverkehrs in Tegel zu erreichen. Da Schönefeld aber derzeit nicht annähernd ausgelastet ist, wäre es zum Schutz der Öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Umgebung des Flughafens Tegel sofort möglich, große Teile des Tegeler Flugverkehrs nach Schönefeld zu verlagern. Der restliche Flugverkehr wäre dann in Tegel ohne Zeitdruck wie zu Zeiten der Alliierten abzuwickeln. Der wirksamste Schutz gegen derartige Unfälle ist dabei natürlich die totale Schließung des Flughafens Tegel, die spätestens im Jahr 2007 umgesetzt werden muss.

Johannes Hauenstein, der Sprecher der BI wörtlich: "Es ist für Senator Strieder an der Zeit, seinen jahrelangen Winterschlaf in Sachen Anwohnerschutz am Flughafen Tegel zu beenden. Betriebsbeschränkungen für diesen gefährlichen innerstädtischen Airport sind fällig und wegen des vorhandenen Flughafens Schönefeld auch ohne Schaden für die Hauptstadt umzusetzen. Schönefeld liegt nicht, wie viele immer noch meinen, unerreichbar irgendwo im Osten sondern ist mit einem geringfügig höheren Zeitaufwand inzwischen gut zu erreichen."

Polizeibeamte des Abschnitts 14 haben die Anzeige wegen Sachbeschädigung unter der Tätigkeitsnummer 1139/02 aufgenommen.

Johannes Hauenstein