Pressespiegel (2002)
Bürgerinnen und Bürger
gegen das Luftkreuz
auf Stadtflughäfen
Datum: 02.07.2002

Presseerklärung

Nach Flugzeugkollision über dem Bodensee: Alle Überflüge über dem Berliner Stadtgebiet verbieten!

BI gegen das Luftkreuz fordert schnelle Konsequenzen aus der Flugzeugkatastrophe

Die BI gegen das Luftkreuz kämpft bereits im 15ten Jahr gegen die innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof. Seit der Deutschen Einheit und der Öffnung der beiden Airports für alle Fluggesellschaften warnt die BI verstärkt vor möglichen Absturzkatastrophen über dem Stadtgebiet. Auch der extreme Preiskampf der Airlines führt aus der Sicht der BI über Einsparungen , die ebenfalls den Sicherheitsbereich betreffen, zu einer Erhöhung des Absturzrisikos über dem Stadtgebiet.

Der gestrige Unfall, bei dem wie durch ein Wunder niemand am Boden betroffen wurde, zeigt einmal mehr, dass Flugzeugkatastrophen nicht nur Afrika, Asien oder Russland heimsuchen sondern auch verstärkt das dichtbesiedelte Mitteleuropa betreffen. Erinnert sei hier nur an den Absturz einer Concorde kurz nach dem Start in Paris und an den Crash einer aus Berlin-Tegel kommenden Maschine beim Landeanflug auf Zürich.

Die BI forderte jetzt erneut, aus diesen Unfällen schnelle Konsequenzen für die Berliner Innenstadtflughäfen zu ziehen und auch Überflüge des Stadtgebietes in großer Höhe nicht mehr zuzulassen.

Aus der Sicht der Bürgerinitiative ist eine schnelle Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof durchaus möglich, schließlich hatte der dreitägige Streik auf den innerstädtischen Airports vor mehreren Jahren sehr deutlich gezeigt, dass mit ein wenig Improvisationstalent der gesamte Flugverkehr über den außerstädtischen Flughafen Schönefeld abgewickelt werden kann.

Die BI erinnerte in diesem Zusammenhang auch noch einmal daran, dass das Katastrophenpotential durch entsprechende Einrichtungen in den Einflugschneisen noch einmal gesteigert wird. So liegt z.B. ca. fünf Kilometer östlich der Tegeler Start- und Landebahnen ein Tanklager der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein. Dort können ca. 9 Millionen Liter leicht entzündliche Flüssigkeiten gelagert werden, eine Sicherung gegen Flugzeugabstürze gibt es nicht.

 

 

Johannes Hauenstein