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  Datum 17.09.2017

WELT AM SONNTAG: Interview mit Engelbert Lütke Daldrup zum BER


Von G. Maierhöfer

 

Hier werden die wesentliche Aussagen aus dem Interview zum Flughafen Tegel (TXL) wiedergegeben.

Frage: Sie haben mit dem BER alle Hände voll zu tun. Ärgert es Sie eigentlich, dass sich jetzt auch noch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt für einen Weiterbetrieb von Tegel stark macht?
Nicht wirklich. Da ich aus dem öffentlichen Sektor komme, kenne ich die Mechanismen der Politik ziemlich gut. Für mich zählt die Aussage der Bundeskanzlerin, die sich klar für eine Stilllegung von Tegel ausgesprochen hat.

Frage: Trotzdem kann es sein, dass im Zuge des Volksentscheids der politische Druck so groß wird, dass am Ende Tegel offen bleibt. Was würde das für Sie bedeuten?
Wenn die Flughafengesellschaft zwei Standorte betreiben müsste, hätte das einen finanziellen Mehraufwand von 100 bis 200 Millionen Euro pro Jahr zur Folge. Ein doppelter Standort würde auch die Entwicklung bei den besagten Langstreckenflügen blockieren. Die Airports liegen zu weit auseinander. Tegel hat keine Schienenanbindung und ist durch die Verkehrssituation mit dem Bus oder dem Auto nicht immer zuverlässig erreichbar. Außerdem würde die dann unausweichliche und dringend notwendige Sanierung des Flughafens Tegel nach unseren Berechnungen mindestens eine Milliarde Euro kosten. Hinzu käme ein hoher Aufwand für den Lärmschutz.

Frage: Die Tegel-Befürworter halten das für übertrieben.
Ich höre zum ersten Mal, dass eine Kostenschätzung der Flughafengesellschaft in der Öffentlichkeit als überschätzt angesehen wird. Ich rate jedem, sich mit der baulichen Situation in Tegel auseinanderzusetzen. Für uns steht auch deshalb fest: Wenn der BER eröffnet, wird der Flughafen Tegel wie von den Gesellschaftern Berlin, Brandenburg und Bund vereinbart nach sechs Monaten geschlossen.

das ganze Interview in der WELT AM SONNTAG